GPS-Empfänger NL-101H

Zum Laufen und Rennradfahren habe ich mir vor einiger Zeit den NL-101H zugelegt. Dabei handelt es sich um einen kleinen und simplen GPS-Empfänger, den man bequem am Handgelenk tragen kann. Das besondere dabei ist, dass sich die aufgezeichnete Strecke über USB auf den PC laden lässt und dann bei Google Earth angezeigt werden kann. Als ich mich im Internet über das Gerät informieren wollte fand ich nur wenige Informationen, deshalb fasse ich hier einige Fakten zusammen. Natürlich sind alle Angaben unverbindlich, jedoch nach bestem Wissen.

Bild 1: Der NL-101H
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Bild 2: Anzeige der aktuellen Position - auf Knopfdruck auch im UTM-System
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Dies sind die technischen Daten des NL-101H:
  • Sirf III-Chipsatz
  • WAAS/EGNOS-tauglich
  • Empfindlichkeit: -159 dBm
  • Heißstart/Warmstart/Kaltstart: 1 Sek. / 38 Sek. / 42 Sek.
  • Akkulaufzeit: 16 Std. (laut Hersteller)
  • USB-Schnittstelle (integrierter USB/RS232-Konverter)
  • maximal 100 Wegpunkte
  • maximal 2000 Trackpoints beim GPS-Logging
  • Auflösung des Displays: 80x120 Pixel
  • grüne Hintergrundbeleuchtung
  • Displayabmessungen: 25x40mm
  • Abmessungen: 83x47x20mm
  • Gewicht: 97g

Das Gerät ist gut verarbeitet und lässt sich beim Sport bequem am Handgelenk tragen. Eine kleine Schwachstelle sind aber meiner Meinung nach die beiden Metallstifte zur Befestigung am Armband, von denen sich bei mir der eine schon einmal gelöst hat. Solange sie nicht verloren gehen ist es aber kein Problem die Stifte wieder einzusetzen.

Durch den verbauten Sirf III-Chipsatz gibt es kaum Empfangsprobleme (s. Bild 3). Selbst im dichten Wald hatte ich bisher immer eine sehr gute Verbindung.

Bild 3: Status des Satellitenempfangs
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Um die Stoppuhr und damit auch das GPS-Logging zu starten, drückt man auf "OK". Im Stoppuhrmodus werden zudem Geschwindigkeit und zurückgelegte Entfernung, sowie auf Knopfdruck auch Uhrzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und Höhe angezeigt. Leider wird die Höhe nicht mit aufgezeichnet, was den Vorteil hätte, dass man sofort das Höhenprofil der gelaufenen Strecke hätte (wobei das hier in Norddeutschland sowieso meistens ziemlich flach aussehen würde).

Bild 4: Der Stoppuhrmodus
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Nach dem Aufzeichnen kann unter dem Menüpunkt "SPORT RECORD" (s. Bild 5) die Strecke auswählen und die zugehörigen Daten einsehen. Mit "VIEW RUN MAP" wird die Strecke grafisch dargestellt (s. Bild 7). Eine bessere Übersicht hat man natürlich später am PC.

Bild 5: Hauptmenü
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Bild 6: Angaben zur gelaufenen Strecke
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Dazu, wie die Daten gespeichert werden gibt es nur wenige Informationen, jedoch ist der NL-101H ist baugleich mit dem GH-601 von Globalsat, zu dem mehr Informationen zur Verfügung stehen. In dem 32KB großen Speicher können bis zu 2000 Trackpoints gespeichert werden. Zu Anfang speichert das Gerät jeden Meter einen Trackpoint, bis eine Strecke von 300 Metern zurückgelegt wurde. Dann werden die Daten komprimiert. Über eine weite Entfernung werden die Daten ungenauer, da eine Aufzeichnung immer nur maximal 300 Trackpoints enthalten kann.

Um die Stoppuhr und damit auch das GPS-Logging zu starten, drückt man auf "OK". Im Stoppuhrmodus werden zudem Geschwindigkeit und zurückgelegte Entfernung, sowie auf Knopfdruck auch Uhrzeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und Höhe angezeigt. Leider wird die Höhe nicht mit aufgezeichnet, was den Vorteil hätte, dass man sofort das Höhenprofil der gelaufenen Strecke hätte (wobei das hier in Norddeutschland sowieso meistens ziemlich flach aussehen würde).

Bild 7: grafische Darstellung der Strecke
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Zudem gibt es einen Alert-Modus, der bei einer bestimmten Zeit oder Entfernung entweder einmalig oder wiederholend ein akustisches Signal auslöst, z.B. für ein Intervalltraining. Das gleiche ist auch bei der Unter- bzw. Überschreitung einer eingestellten Geschwindigkeit möglich. Ich halte den Alert-Modus jedoch eher für unbrauchbar, da der Signalton sehr leise ist (wahrscheinlich aufgrund des wasserdichten Gehäuses) und selbst beim Laufen ohne MP3-Player leicht überhört werden kann.

Bild 8: Auswahl eines Wegpunktes
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Bild 9: aktivierter GOTO-Modus
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Den Wegpunkten können ein Symbol und sechs Zeichen zugeordnet werden (s. Bild 8). Wählt man bei einem Wegpunkt den GOTO-Modus, so wird die zu laufende Entfernung, Zeit und Richtung angezeigt (s. Bild 9). Das bezieht sich natürlich auf die Luftline, da das Gerät keine integrierte Landkarte besitzt.

Mit der Software (s. Bild 10) kann man den Speicher auslesen, alle Details zu den Strecken betrachten und natürlich auch auf der Festplatte abspeichern. Etwas unkomfortabel ist die Tatsache, dass man das Fenster nicht maximieren kann und so hin und her scrollen muss, um einem längeren Streckenverlauf zu folgen. Andererseits ist das auch kein sehr großer Nachteil, da das Programm die Daten auch in das KML-Format (oder auch ins GPX-Format) exportiert. Ist Google Earth auf dem PC installiert, so reicht dann ein Klick auf die KML-Datei, um die Strecke in Google Earth zu betrachten. Hat man ein paar GPS-Logs gespeichert, ist es wirklich interessant sich anzusehen wo man überall schon rumgekommen ist. Meistens wurde der zurückgelegte Weg auch ziemlich genau aufgezeichnet.

Als Beispiel für eine KML-Datei habe ich hier eine von meinen Lieblingslaufstrecken hochgeladen:

laufen_04.06.07.kml

Bild 10: grafische Darstellung der Strecke
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Zusätzlich kann man mit der Software unter "Setup" die Funktion des GPS-Empfängers als GPS-Mouse testen, um ihn z.B. an einem Laptop mit einer Navigations-Software zu nutzen.

Abschließend kann ich sagen, dass sich die Anschaffung des Gerätes auf jeden fall gelohnt hat. Natürlich kann es mit guten Garmin-Empfängern nicht mithalten kann, allerdings kosten die auch weitaus mehr als 140 Euro und zum Sport reicht der NL-101H auf jeden Fall vollkommen aus. Solltest du noch Fragen hierzu haben beantworte ich die selbstverständlich gerne!

Ergänzung:


Da der Verkauf und Support für das NL-101H offensichtlich eingestellt wurde, können wir wohl auch nicht mehr mit einer neuen Firmware von Navilock rechnen. Allerdings fiel mir neulich die bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen dem NL-101H und dem Geonaute KeyMaze300 von Decathlon auf. Deswegen probierte ich, die neueste Firmware für den KeyMaze300 auf das Navilock-Gerät zu laden - mit Erfolg, wie man auf dem Bild sehen kann.

Einige Änderungen: Nautische Meilen und Knoten können als Maßeinheit eingestellt werden, eine zusätzliche Informationsseite, die man nach seinen Wünschen anpassen kann und eine bessere Darstellung der Karte. Also ist ein Update auf jeden Fall lohnenswert. Die neue Firmware arbeitet wegen der neuen Funktionen allerdings nur mit der neuen PC-Software von Decathlon zusammen; die Oberfläche sieht aber ganz genauso aus wie bei Navilock. Das Update ist natürlich auf eigenes Risiko (auch in Bezug auf die Garantie).

Link zur Downloadseite von Decathlon: http://notices.geonaute.com/EN/listeproduits.php?idcategorie=2&prodOnLoad=GPS300